Kindermund

Kinder und Narren sagen die Wahrheit :-) So heißt ein altes Sprichwort. Eins ist jedenfalls klar: Kinder sagen manchmal sehr ulkige Dinge, verballhornen oft sehr komisch unsere Wörter und biegen sich Grammatik und Sinn sehr kreativ zurecht. Solche Aussprüche haben mich schon oft zum Lachen gebracht und ich finde, wir sollten sie gemeinsam sammeln. Beispiele aus Eurem Alltag, ob Familie, Job oder U-Bahn, ganz gleich, sie sind hier herzlich willkommen! Die neuesten Inputs stehen immer ganz oben, dann absteigend nach Datum geordnet.

Herbst 2015, Florina ist 2 Jahre und 9 Monate alt und sieht, dass mein Mann Johannes in unserem Hängesessel sitzt, das ist ihr Lieblingsplatz. Daraufhin pflanzt sie sich vor ihm auf und sagt „Steh auf, alter Mann!“

September 2015: Wir fahren mit dem Auto nach Hause, Florian schläft  heute bei uns. In einer brenzligen Situation bei einer Ampel rutscht Johannes ein „Trottel“ heraus zu dem Motorradfahrer, der ihn geschnitten hat. Florina darauf“ Wieso hast du zu dem Mann Trottel gesagt?“ Mir ist das unangenehm, schließlich wollen die Eltern verständlicherweise, dass sich alle mit Schimpfworten zurückhalten. Also versuche ich klar zu stellen: „Das hätte der Johannes nicht sagen sollen, aber es war gefährlich und er hat sich geschreckt.“

Ein paar Tage später ruft Valeria an, kichernd und sagt: „Ich muss dir was Lustiges erzählen. heute ist bei uns am Auto ein Motorradfahrer vorbei gefahren und Florina hat gesagt „Schau- schon wieder ein Trottel. Wir sind eh nicht bös, es war so komisch, dass wir lachen mussten.“ Puh, nochmal Glück gehabt;-)

 

Zwei lustige neue O-Töne habe ich heute geschenkt bekommen von Nina: Dominik fragt mich immer, wie die Babies in den Bauch kommen. und ich als Krankenschwester wollte ihm das so richtig erklären. „Wenn sich Mann und Frau lieb haben, dann küssen sie sich. Und dann kommt beim Spatzi vom Mann eine Flüssigkeit raus“. da unterbricht mich Dominik ganz begeistert und sagt: „Ich weiß schon, und dann schluckt die Frau die Flüssigkeit und so kommt das Baby in den Bauch.“

Auch Petra spricht mit ihrem Sohn, zeigt ihm Fotos von ihrem Babybauch“ Schau Felix, da warst du in meinem Bauch.“ „Und Mama“, fragt Dominik, „hab ich dir geschmeckt?“ (beides am 10.12.2014)

 

In St. Wolfgang erzählt mir eine Marktstandlerin von ihrer Tochter Anja, 5 Jahre alt und eine Nachzüglerin, folgende entzückende Geschichte: Anjas große Schwester bekommt ein Baby, also wird Anjas Mama jetzt auch Oma. „Und du Anja, wirst dann Tante“ erklärt ihr die Mama die familiären Neuerungen. darauf ist Anja total entsetzt und empört sich “ Nein, Mama, du weißt genau, dass ich Reitlehrerin werde!“ (4.8.2014)

Neue Stories aus Kindermund, diesmal von Tante Marietta und ihren Nichten. Hanni, 5 Jahre, darf ausnahmsweise bei der Mama schlafen. Der Papa braucht beruflich ungestörten Schlaf, deshalb gibt es zwei Schlafzimmer. Eines Abends kommt er aber noch „auf Besuch“ ins Bett zu Mama und Tochter. Nach ein paar Minuten sagt Hanni: „So, Papa, aber jetzt geh am Platz“. Netter Kindermund auch von Nichte Nina, 4 Jahre alt. Vor ein paar Tagen kommt sie aufgeregt und ratlos zu ihrer Tante: „Du, ich piesle sonst immer wie die Sonne, aber heute ist es blau wie der Himmel!“ Tja, die Mama hatte den WC Stein erneuert:-) (28.7.2014)

 

Danke, liebe Manu, für diesen entzückenden O-Ton ! Stellas Freundin sagt zu ihrem Liebsten im KIGA immer das ist ihr Heiratsmann ☺️(11.7. 2014).

Rosinchen stellte gemeinsam mit ihrer Mama eine kleine Erinnerungssammlung aus der Familie zur Verfügung, SUPER dank Euch vielmals! (20.6.2014).

Rosinchen spielte besonders gerne Verstecken. Einmal hält sie dafür einfach ihre Hand vor die Augen. Auf die Frage ihrer Eltern „Wo hast du dich denn jetzt versteckt?“ antwortet sie ganz selbstverständlich „Hinterm Augerl!“ Und wenn die Oma lüftet, kommentierte sie das so: „Die Omama tut Luft machen!“ Und hier noch ein paar ihrer speziellen Kindervokabel:

Schlappwaschen – eigentlich ein Schüttelreim; Sitapel – Petersilie; Anrufantbeworter – selbsterklärend

Sehr lustig ist auch, was sie von ihrem Cousin berichtet. Als die Familie in Italien auf Urlaub war, antwortete der damals 2,5 Jährige auf die Frage, was er noch essen möchte: „Noch Nutten“. Gemeint waren natürlich Nudeln, eh klar:-) Ein halbes Jahr später kannte sich der kleine Bursche schon besser aus und fragte seinen Onkel „Onkel Konrad, teilst du mit mir eine Banane? Ich krieg‘ das Weiße und du kriegst das Braune“.

Selbiger Onkel Konrad wurde als Kind einmal von seinem Papa einmal geschimpft und musste zur Strafe ins Zimmer. Dort tröstete ihn seine kleine Schwester Amelia: „Mach dir nix draus. Ich kauf dem Papa einen vergifteten Apfel.“ Schneewittchen war wohl eines ihrer Lieblingsmärchen:-)

Eine meiner Lieblingsgeschichten aus dieser Sammlung stammt auch von Onkel Christian. Wieder einmal sorgte seine Schwester für einen Supersager. Er bringt sie mit dem Bus in den Kindergarten. Auf dem Weg bequatscht ein Fahrgast sie ständig, wie süß sie nicht wäre etc. Darauf sagt sie zu ihrem großen Bruder „Der geht mir schon auf die Eierstöcke!“

Als mein Sohn Phillip – heute Rosinchens Herzensmann – 3 Jahre alt war, verkroch er sich mal in einem großen Karton und verlangte, dass wir die Schachtel zuklappen. Nach 2 Minuten klang es dumpf aus der Kiste: „Mama, lass jetzt wieder helle Luft herein“.

Danke auch an Fritzi, die wieder einen süßen Kindermund von ihrem Enkel Timmy, gesendet hat (Ende Mai 2014), vielen Dank!

Timmy soll ins Bett. Kurz vor dem Mittagsschläfchen meint er zu seinen Großeltern: „Müssen wir schauen, ob der Timmy müde ist!  Der kleine Bursche wird einmal ein guter Verhandler:-)

Noch ein  Kindermund, gesendet von Fritzi am 4.5.2014. Sie berichtet über das erste Großelternwochenende mit ihrem Enkel Timmy: „Mittlerweile ist er fast 2 1/2 Jahre und wir hatten ihn vor einem Monat sogar schon ein ganzes Wochenende über bei uns – und wir hatten natürlich auch Bedenken, ob insgesamt gleich 3 Tage (und Nächte) so problemlos verlaufen würden – aber es war wirklich überraschend einfach – wir hatten einiges am Programm, z.B. auch ein Besuch bei meiner Schwester. Dort hat ihm dann der Kater (Merlin) besonders gut gefallen , allerdings ist das ein scheues Tier und geht Kindern lieber aus dem Weg – also sagt ihm meine Schwestern, daß Merlin sich nicht streicheln lässt, weil er ihn eben noch nicht kennt – daraufhin sagt der Bub erklärend zum Kater : “Ich bin der Timmy Zumbusch” !!!
Leider hat sich Merlin trotz der etikettegerechten Vorstellung nicht mehr blicken lassen…..
Vielleicht sind wir beim nächstes Mal erfolgreicher ….“

Ava, 4 Jahre alt, hatte an das Christkind letztes Jahr einen besonderen Wunsch „Ich wünsch mir ein Pedalenfahrrad!“ erklärte sie ihrer Mama. Und zeichnete es dann auch gleich auf, damit ja nichts schief gehen könnte. Wurde vom Christkind auch gut erkannt:-) (12.Mai 2014)

3 Gedanken zu „Kindermund

  1. Manu

    Hallo Oma!
    Hab auch ein Wort für dich. Stellas Freundin sagt zu ihrem Liebsten im KIGA immer das ist ihr Heiratsmann ☺️

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  2. Rebecca

    Liebe Oma aus dem Kirschenbaum!

    Die Idee, originelle Ausdrücke von Kindern zu sammeln, finde ich super.
    Ich habe gleich meine Mama gefragt, welche Ausdrücke sie bei mir lustig fand und gleich eine ganze Reihe erfahren. Mein Lieblingsausdruck ist allerdings „Füßenlippenstift“. Bedeutet soviel wie:
    Nagellack, den man zum Bemalen der Zehennägel verwendet. :) (da war ich ca. 2 1/2 Jahre alt)

    Alles Liebe,

    Rebecca

    P.s.: Ich habe bis jetzt alle Beiträge in deinem Blog gelesen und freue mich schon auf alle, die noch folgen. Ist eine super Seite, sogar für Nicht-Mamas und Nicht-Omas!

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    1. Kirschenoma Artikelautor

      Liebe Rebecca,

      SUPER netter Ausdruck, darf ich den gleich in die Sammlung aufnehmen? Weil der ist sehr originell und lustig! Und von wann der Kindermund ist oder war, ist ja eigentlich gleich!
      Freue mich sehr, dass du die Beiträge magst und spannend für alle Generationen findest. Weil genau das war mein Wunsch!
      Fein, wenn du dran bleibst, alles Liebe
      die Kirschenoma

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